Die Angst der Schreibenden vor der KI

Seit ihrem Bestehen und ihrer intensiven Verwendung in den verschiedensten Bereichen erfüllt die KI zu (Un)Recht die Schreibenden mit Angst.

  • Wird die KI in Zukunft die Schreibenden vollständig ersetzen?
  • Wie weit ermöglicht die KI Kunst zu produzieren ohne Eigenleistung in der Kreativität?
  • Kann in Zukunft jede(r) mit den richtigen KI-Tools einen Roman, ein Gedicht, ein Sachbuch schreiben?
  • Verkürzt sich die Zeit beim Schreiben durch die Anwendung der KI-Tools auf einen minimalen Rahmen, was dazu führt, dass Bücher in kürzestem Zeitraum geschrieben werden können?
  • Kann die KI den Stil der Schreibenden derart selbst verbessern, sodass niemand mehr schreiben können muss?

Diese Fragen und noch einige mehr beschäftigen derzeit wohl alle Kunstschaffenden, und besonders auch die Literatur-Schaffenden. Die KI kann jetzt schon derart vieles und es wird prophezeit, dass dies erst der Anfang sei und in Zukunft noch ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen werden. 

Ich habe in letzter Zeit schon mehrere Bücher durchblättert und „angelesen“, die mir sehr „KI-lastig“ erschienen, was ich daran festmachte, dass sie in der Konzeption, in der Sprache, aber besonders in der Figuren-Darstellung sehr schematisch wirkten. Der Plot dieser Bücher war meist sehr gelungen und der Aufbau solide, aber die Figuren blieben größtenteils leblos und leer. Das zweite Kriterium, woran ich „KI-Lastigkeit“ zu erkennen glaubte, war die besagte Geschwindigkeit. Es gab Autor:innen, die in einem Jahr bis zu drei Bücher veröffentlichten, was mir unmöglich erscheint, ein solches Arbeitspension zu schaffen, vielleicht nicht in der Menge des Schreibens, aber in der gedanklichen Auseinandersetzung mit einem Stoff. Der dritte Punkt ist, dass plötzlich anscheinend alle Menschen Bücher schreiben können, die von Berufs wegen (auch von der zeitlichen Beanspruchung ihres „Brotberufs“ ) und von ihren Interessen her sich wohl kaum mit Literatur beschäftigen. Plötzlich schreiben Journalisten, denen ich keineswegs die Schreibkunst im Sachbuch-Bereich abspreche, Romane und zwar im Jahrestakt (Woher nehmen sie die Zeit dazu und haben wirklich alle auch ein Talent für Belletristik?) und Sportler, Politiker und erfolgreiche Unternehmer:innen schreiben Biografien, gespickt mit Pointen und stilistischen Feinheiten.  (Gut- Ghost-Writer gab es immer schon.)

Nachweisbar ist die Verwendung der KI beinahe nicht und schließlich ist es nicht verboten, sie zu verwenden. Es existiert schließlich meines Wissens auch kein Urheberrecht auf die Inhalte, die hier „abgeschöpft“ werden. Inzwischen findet man durchaus Hinweise von Autor:innen, ihren Büchern vorangestellt, dass sie keine KI verwendet haben und manchmal auch Hinweise auf eine Verwendung, was ehrlich und mutig ist. Letztendlich kann die Zeit nicht zurückgedreht werden und die KI wird uns weiterhin begleiten

Überspitzt und in die Zukunft blickend könnte man jedoch auch sagen: Ist es nicht egal, welche Hilfsmittel verwendet wurden, wenn das Buch gut ist? Aber diesen Gedanken möchte ich doch gleich wieder verwerfen, weil er eigentlich alles nimmt, was die Kunst ausmacht.

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